WM 2010 bringt Sportwetten viel Geld ein
Die WM 2010 in Südafrika brachte die Kassen der deutschen Wettanbieter deutlich zu klingeln. Der Internet- Glücksspielkonzern Bwin, das an der Börse notiert ist, konnte seine Bruttospielgewinne ( Einsatz minus Einnahmen) im Gegensatz zu der EM 2008 in Österreich und der Schweiz um circa 40 Prozent, sprich 1,1 Millionen Euro täglich erhöhen.
Bei der WM dieses Jahr gab es einige Überraschungsergebnisse, so verdienten die Buchmacher an diesen viel mehr. Die Margen der einzelnen Unternehmen lagen somit viel höher. Das Unternehmen hatte bei dieser WM eine Marge von 9,1 Prozent, bei der EM 2008 eine Sportwettenmarge von 8,3 Prozent und der letzten WM 2006 betrugen sie 6,7 Prozent.
Der Vorstandschef von tipp3 bezeichnete diese WM als Paradies. Bei Bwin gingen im Verlauf der WM 30 Millionen Wetten von knapp einer Million Kunden ein, so das Unternehmen. Zudem kamen über 213.000 neue Kunden dazu und 90.000 frühere Kunden wurden reaktiviert.
Bei tipp 3 wurden während des Großereignisses in Südafrika circa zwei Millionen Wetten und 700.000 Scheine abgegeben. Die Gesellschaft im Mehrheitseigentum der Lotterien und Casinos Austria machte im vergangenen Monat einen dreimal so hohen Gewinn, wie in einem Juni ohne WM, konkrete Zahlen wurden hier nicht genannt.
Die Weltmeisterschaft brachte dem Unternehmen einen hohen Anteil an neuen Kunden ein, bei dem der Frauenanteil mit bis zu 10 Prozent viel höher als sonst im Jahr lag. Dies begründet der Chef mit der breiten Berichterstattung aus Südafrika. Die Kunden von tipp3 haben eine große Affinität zu Großereignissen. Wenn ein Rausch wie bei der Weltmeisterschaft entsteht, dann kommen auch Trafikbesucher, die sonst nie Wetten abgeben.
Vor allem das Weiterkommen der Bundesrepublik habe diesem Event noch mehr Elan gegeben. Wenn die einheimische Elf nicht dabei ist, ist man trotz der Hassliebe sehr am Nachbarland interessiert. Es sei ebenfalls perfekt gewesen, dass es keine Zeitverschiebung gab, so der Chef von tipp3. Die meisten Tipps wurden auf das Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien abgegeben, so der Vorstandschef von tipp3. Bei Bwin wurden 440.000 Wetten auf dieses Spiel getätigt. Die entsprechenden Buchmacher hatten Deutschland als Favoriten angesehen, so das Bwin bei diesem Spiel Geld verloren hatte.
Beim Unternehmen wurde sehr viel auf Deutschland gewettet, so die Unternehmenssprecherin. Für tipp3 sei dieses Spiel ein voller Erfolg gewesen, so der Vorstandschef. Das Finale zwischen Holland und Spanien rangierte bei den Kunden nur auf Platz zwei. Bei Interwetten wurde auf das Spiel Deutschland gegen Australien die meisten Tipps gemacht, so der PR-Manager. Auch Kunden von Bet-at-Home investierten in dieses Spiel am meisten Geld.
Die Margen bei Interwetten lagen bei den Spielen Spanien-Schweiz und England-Algerien und Deutschland-Serbien deutlich höher. Auch Bwin konnte aus den Außenseitersiegen in der Gruppenphase großen Nutzen ziehen. Der Vorstandschef von tipp3 sprach von einem ausbalancierten Verhältnis zwischen Siegen von Favoriten und Außenseitern.
Das Unternehmen hatte bei der WM einen Internetanteil von 15 Prozent, bei der EM vor zwei Jahren lag dieser Anteil bei knapp 10 Prozent. Bei dem Unternehmen Interwetten stieg während der WM der Trend zum Live-Wetten weiter an. Zum Teil waren die Gewinne mit Live-Wetten bis zu 10mal höher als bei den Spielen der internationalen Erstliga.
Bei tipp 3 gibt es keine Live-Wetten. Ob das Unternehmen seine Preise ebenfalls anheben wird, wird nicht kommentiert. Lottospielen wird kostspieliger, für einen Tipp soll man zukünftig 1,10 Euro, statt einem Euro bezahlen, doch im Gegenzug gibt es mehr Gewinnchancen.
geschrieben am 23.07.2010 von Nina Berger
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