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Widerstand gegen Casino Komplex verstärkt sich


Direkt an der österreichischen Grenze ist in der Slowakei ein Großcasino mit zugehörigen Hotels, Einkaufszentren und Aquaparks geplant. Die Regierung der Slowakei, besonders der Finanzminister befürwortete das Projekt von Beginn an. Doch die Konservativen mauern dagegen, sie fürchten den Moralverlust im Land.

Der Veranstalter der WSOP, Harrahs steckt hinter der vorgesehenen Errichtung des Casinos. Zusammen mit der ungarischen Baufirma TriGránit möchte Harrahs einen osteuropäischen Ableger von Las Vegas schaffen. Die Regierung unterstützt das Megaprojekt, welches in der derzeitigen Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg an die 10.000 Arbeitsstellen und circa 600 Millionen Euro an Steuereinnahmen bringen soll. Doch nicht jeder ist von 1,5 Milliarden teuren Investition begeistert, denn über 60.000 christliche Gläubige unterzeichneten eine Petition gegen das Vergnügungszentrum das nur Schlechtes bringen soll.

Die folgenden Positionen wurden auf Versammlungen und Bürgerinitiativen vertreten: Das Casino bringe die Jugend vom rechten Weg ab und erhöhe die Staatsausgaben für die folgenden Ausgaben der Spielsucht. Diese sind in dem Land ohnehin recht hoch angesiedelt. Die Gegner haben einflussreiche Unterstützung. Sogar Bratislavas Oberbürgermeister - Mitglied der äußerst konservativen christlich-demokratischen KDH - vertrat bereits vor Weihnachten die Ansicht, das Projekt solle ohne Casino verwirklicht werden. Vor 4 Jahren verlor die damalige Regierungsriege ihre Mehrheit im Parlament, da die KDH und die "Allianz des neuen Bürgers" die Koalition nicht mehr unterstützten.

Damals hatte die KDH einen Vertragsabschluss mit dem Vatikan, in dem die Slowaken zu einem katholischen "Gewissensvorbehalt" verpflichtet werden. Die Partei ist zudem für ihre strikte Ablehnung von gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, deren Gleichstellung sie mit der Ehe verhindern will. Sie heißt auch die strikte Trennung von Kirche und Staat nicht gut. Das öffentliche Statement des Oberbürgermeisters wird als offizielle Haltung der Hauptstadt Bratislava zum Casinobau, dies hat nun einen einflussreichen Gegner vor sich. Im Vorort Petrzalka soll der Unterhaltungspark gebaut werden.

Dessen Einwohner sind wenig darüber erfreut, doch die lokalen Politiker sind der Ansicht, dass man für die Aufwertung dieser Region Opfer bringen müsse. Die Beteiligung eines Investors und Bauunternehmers aus Ungarn macht dieses Problem auch für die große Politik interessant. Denn die Beziehung der beiden Staaten ist schon längere Zeit angespannt, da Ungarn in regelmäßigen Abständen die Diskriminierung der ungarischen Minderheit in der Slowakei anprangert. Dort habe man die Ungarnfeindlichkeit zur Regierungspolitik gemacht und die Ungarn seien ein Volk zweiter Klasse, hieß es in der konservativen Tageszeitung Magyar Nemzet vor 2 Jahren.

Die ungarische Baufirma hielt sich in den letzten Wochen sehr im Hintergrund und sagte, dass nur ein minimaler Teil des gesamten Areals für das Casino gedacht sei. Das Projekt solle vordergründig ein "slowakisches Kongresszentrum" werden. Denn es sollen ja hauptsächlich Hotels und Veranstaltungsräume geschaffen werden und zu Bekämpfung von Kriminalität würden weitreichende Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt werden. Die Konservative Partei in der Slowakei lässt sich von diesen Aussagen wenig beeindrucken.

Sie fordern von der Regierung eine unmissverständliche Haltung gegen den "Sündenpfuhl" und hoffen, dass das Projekt doch nicht umgesetzt wird. Doch die heftige Kritik ist nicht die einzige Bedrohung für das Casino. Nicht weit davon entfernt, im Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowakei soll das viel größere Eurovegas entstehen, das auch mit Hotels, Casinos und Spas Gäste anlocken will.



geschrieben am 21.05.2010 von Nina Berger






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