Vorstand von Bwin äußerst sich zu österreichischem Glücksspielgesetz
Die Themen beim Interview des Vorstandes von Bwin, Herrn Teufelberger mit der virtuellen Version des österreichischen Wirtschaftsblattes waren: Wie die Bundesrepublik Milliarden verliert, was es mit der Lizenz in Frankreich auf sich hat, wieso Österreich vor dem Europäischen Gerichtshof kam und wer den Weltmeistertitel holt.
Zudem sprach er über eine Fusion mit Partygaming und den Konsequenzen die die Fußball-WM auf sein Unternehmen hat. Teufelberger sagte, dass seine Firma der einzige Anbieter auf internationalem Niveau ist, welcher in der ersten Lizenzierungswelle in Frankreich eine Zulassung erhalten habe, man habe eine Lizenz für Sportwetten und Poker bekommen. Über das SajOO, das Joint Venture des Unternehmens und einer Kooperation mit Amaury, einer Mediengruppe aus Frankreich existieren ebenfalls zwei Zulassungen.
Auf dem Markt in Frankreich könne man umgehend eine Zwei-Marken-Strategie verwenden. Schon am Tag der Zulassungserteilung um 6 Uhr früh habe man mit Erfolg die französischen Labels gelauncht. Für die Firma sei dies ein großer Gewinn und eine große Befriedigung. Denn Frankreich hatte über Jahre den Ruf, besonders rigoros gegen innovative Formen des Glücksspiels zu handeln. Nun habe die französische Republik eingesehen, dass Online-Gaming die durchsichtigste und am besten zu überwachende Art des Glücksspiels sei, sollte man seriöse Anbieter mit Zulassungen versorgen und eindeutige Kriterien für den Spielerschutz einführen.
Frankreich ist das dritte Land nach Italien und Großbritannien, das seinen Markt in diesem Bereich öffne. Bei der Bundesrepublik, Spanien, und Dänemark sowie manche US-Bundesstaaten äußerten sich wohlwollend zu diesem Thema. Die Taktik des Unternehmens bestehe darin, den kontrollierten Markt so schnell wie möglich auf- und auszubauen. wie erfolgreich diese Strategie gewesen sei, habe man zuletzt in Frankreich gesehen, wo das Unternehmen als einziger internationaler Gaming-Betreiber in der allerersten Lizenzierungsphase eine Lizenz erhalten habe. Der Aufschwung der nationalstaatlichen Kontrollen im Netz sei nicht nur in Großbritannien, Frankreich und Italien zu finden. Dänemark wird das folgende Jahr beginnen, seinen Online-Glücksspielmarkt zu regulieren. Die neue Rechtslage sehe Zulassungen für Sportwetten im Netz sowie Online Poker und Online-Casinospiele vor.
Auch in Spanien würden angesichts der schwierigen Haushaltslage politische Stimmen immer lauter. Sie forderten eine schnelle Regulierung des virtuellen Glücksspielmarktes. Auch der Bundesrepublik, die sich bislang strikt geweigert habe, eine angemessene und zeitgemäße Regulierung des Online-Gamings einzuführen, kämen erste Zweifel. Wenn man seriösen Einschätzungen von Steuerexperten Glauben schenken dürfe, dann würde Deutschland im folgenden Jahr so in der Wirtschaftskrise 11 Milliarden Euro an Steuern verlieren. Eines der Erfolgsgeheimnisse von bwin sei die produktseitige Regionalisierung. Das Unternehmen stelle bis zu 14.000 Wetten in über 90 Sportarten bereit. Manche Sportarten hätten eher einen regionalen Charakter, wie beispielsweise das Schwingen in der Schweiz.
Diese Randsportarten bekämen durch das Live-Wetten-Angebot eine neue und große Plattform in der Öffentlichkeit. Für die Kunden des Unternehmens würden sich die Angebote erweitern und neue Zielgruppen sollen ausfindig gemacht werden. Neue Märkte für alternative Sportarten und deren Vereine werden bereitgestellt. Als weltweit führender Anbieter von Online-Gaming sei bwin in 25 Hauptmärkten aktiv, circa 96 Prozent der Gewinne würden in Europa gemacht werden. Auch Italien zähle zurzeit neben der Bundesrepublik zu den bedeutendsten Märkten des Unternehmens. Neben dem Vereinigten Königreich sei Italien das erste Land in Europa, welches seinen Glücksspielmarkt zur vollen Übereinstimmung mit dem europäischen Recht geführt habe.
Italien habe es geschafft, seinen Markt für seriöse, zugelassene Privatanbieter zu öffnen. Die Übernahme von Gioco Digitale, welche man im Oktober des vergangenen Jahres beendet habe, mache das bwin zum größten Anbieter von Poker und Gaming in Italien. Im Februar sei ein Schlussantrag des Europäischen Gerichtshofes eingebracht worden. In diesem sei konstatiert worden, dass die österreichischen Gesetze die Niederlassungsfreiheit in Europa nicht beachten würden. Da der Betrieb von Glücksspielen in Spielbanken nur Aktiengesellschaften mit Sitz in Österreich erlaubt sei, finde hier eine Diskriminierung von Unternehmen aus anderen EU-Ländern statt.
Österreich halte auch laut dem Generalanwalt mit seinem Monopol für Glücksspiele das Prinzip der Dienstleistungsfreiheit nicht ein, da Angehörige der EU-Länder sich nicht um Zulassungen für Glücksspiele und Spielbanken bemühen dürften. Diese Situation ist laut Teufelberger diskriminierend und sei nicht durch Gründe der öffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit zu entschuldigen. Ein Entschluss des Europäischen Gerichtshofes solle in diesem Herbst stattfinden. Gegen Österreich seien noch drei Verfahren zu klären, die bis zu einer Beendigung des oben erwähnten Falles nicht verfolgt würden. Das Unternehmen sei mit seinem breiten Angebot an Sportwetten, Poker, Casino und Games in 22 Sprachen auf 25 Hauptmärkten zu finden und erschließe damit bereits heute einen deutlichen weiteren Markt als es viele Konkurrenten tun würden.
Bwin sei die Nummer Eins unter den Anbietern von Online-Sportwetten und einer der drei besten Online-Poker-Betreiber und- wenn man den US-Markt außen vor lasse- schon heute erstklassig für die Zukunft gewappnet. Die Taktik des Unternehmens basiere auf die Erhaltung der Innovations- und Qualitätsführerschaft. Dies geschehe mittels eines hohen Maßes an Flexibilität, wobei der Wert der Unterhaltung von Spielen tonangebend sei. Bwin sei stets bemüht, den lukrativen Wachstumskurs fortzuführen und seine Präsenz in überwachten Märkten so schnell es gehe, aus- und aufzubauen. In diesem Kontext sei der hohe Bekanntheitsgrad von Nutzen, da sich bwin in einigen Märkten schon heute als Synonym einen Namen gemacht habe.
Dies sei die Basis für den weiteren Weg zum weltweiten Anbieter von Online Gaming. Laut Teufelberger sei Brasilien nach den bisherigen Leistungen der ersten Favoriten dieser WM. Im Finale erwarte er zwei Mannschaften aus dem Quartett Argentinien, Brasilien, Deutschland und Holland.
geschrieben am 08.07.2010 von Martin Steiner
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