Suchtkranke Spieler haben meist Probleme mit mehreren Spielen
Es stellt sich immer wieder die Frage, welchen Suchtgrad die Glücksspiele wirklich haben, und ob sie schneller zur Sucht führen als gedacht. Dazu wurde Professor Haase befragt, der die Resultate seiner Studie zu diesem Thema offenlegte.
Vor der politischen Debatte um einen neuen Glücksspielvertrag in der Bundesrepublik hat das Unternehmen "EMNID" im Frühling dieses Jahres eine detaillierte empirische Meinungsumfrage in Bezug auf die Spielweise der Bundesbürger erforscht.
Um feste Daten in Bezug auf das Verhalten der Spieler zu bekommen, auch die der kleinen Anzahl an Suchtkranken und risikogefährdeten Spieler, setzte man 15.000 Gespräche an.
Anfang November stellte man die Resultate dieser Studie in der deutschen Hauptstadt vor. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass rund 66 Prozent der Deutschen über 18 Jahren im Laufe der letzten 12 Monate mindestens einmal für und mit dem Einsatz von barem Geld gezockt haben.
Hier nutzten 61 Prozent das Lottospiel, 29 Prozent die Fernsehlotterien, 10 Prozent widmeten sich den Kartenspielen, bei denen es um Geld geht, 6 Prozent nutzten Poker in der gleichen Weise, 6 Prozent nutzen die Klassenlotterien des Staates, 5 Prozent gingen an die Spielautomaten und 3 Prozent widmeten sich den Wetten für Sport und Pferd.
Glücksspieler nutzen in aller Regel zwei Arten des Glücksspiels, Suchtkranke hingegen, spielen bis zu fünf Spielen gleichzeitig, und dies oft und viel. Die Studie des Unternehmens schafft das Vorurteil aus der Welt, dass suchtkranke Spieler nur an einem Spiel festhalten. Man findet weder den Wettsüchtigen noch den Automatenzocker. Man nimmt an, dass die deutschen Bürger über 18 Jahren nur zu einem sehr kleinen Teil spielsüchtig sind, die alles spielen, was ihre Sucht stillt.
Die Studie fordert eine klare Umstellung, was die die Senkung und die Entgegenwirkung der suchtkranken Spieler angeht, die Person des Spielers ist im Mittelpunkt für die Studie und das Spiel, dem er nachgeht, spielt eine untergeordnete Rolle. Der Geschäftsführer des Unternehmens sagt, dass dies der Politik in Sachen Spielerschutz neuer Aufgaben auferlegt.
Haase, der an der Universität Frankfurt Psychologie lehrt und der auch die Studie mitbetreut hat, dass man falsch liegt, wenn man einer Art des Spiels entgegenwirkt, um das Suchtproblem der betroffenen Spieler regeln zu können. Die Resultate der Studie lassen darauf schließen, dass die Bekämpfung oder das Untersagen von Spielen den Kranken nicht dazu bewegen wird, das Spielen zu beenden, er wird sich eine andere Spielart suchen.
In den Gespräche kam heraus, dass alle suchtkranken Spieler, deren Zahl bei 0,23 Prozent unter den volljährigen Bürgern liegt, mit mehreren Spielern ein Problem haben, was sagen will, dass sie in einer unangemessenen Form im Schnitt fünf verschiedene Spiele nach dem Zufallsprinzip mit Geldspiel aussuchen und bei den 66 Prozent der Bürger, die das Glücksspiel nutzen, kommen nur zwei Spielformen zum Zug. Jeder, der krankhaft spielt, hat seine eigene Mischung aus Spielen, die seine Sucht stillen.
Spielt jemand Poker, dann liegt der Schluss nahe, dass er auch noch andere Kartenspiele mit Geldmöglichkeit nutzen wird oder auch Wetten setzt. Krankhafte Spieler, die die Automaten in den entsprechenden Lokalitäten verwenden, kann man oft auch in Spielbanken mit staatlicher Zulassung und beim Pokerspiel antreffen.
Der Professor stellt hier einen Zusammenhang zwischen den Alkoholikern her, es gibt keinen Trinker, der nur Bier oder Champagner trinkt, es ist wichtig, die Sucht zu stillen, je nach dem wie es der Geschmack und die Finanzen gestatten.
Dabei spielt auch der leichte Zugriff auf die Konsumgüter eine tragende Rolle. Krankhafte Spieler verhalten sich hier nicht wesentlich anders. Der Nutzer sucht das bestimme Erlebnis, welches er in seiner Lieblingsspielart sehr leicht entdecken kann. Hat er in diesem Moment keinen Zugriff darauf, nutzt der Spieler andere Bereiche der Spielformen.
Das Verlangen nach dem Spiel muss gestillt werden, dies gleicht, dem Drang des Trinkers, seinen üblichen Pegel wieder herzustellen, beim Spiel ist natürlich kein Alkohol mit von der Partie. Dabei spielt die Art des Spiels eine eher untergeordnete Rolle.
Aus diesem Grund ist das Verbot einer besonderen Spielform von vorneherein nicht erfolgreich, denn wird ein Spiel untersagt, kann man davon ausgehen, dass es neue Angebote gibt. Die Splittung des finanziellen Budgets, welche die Suchtkranken für ihre Spielmischung ausgeben, zeigt, dass diese Art der Sucht auch von Trends abhängig ist.
Den größten Teil des Geldes, das pro Monat für das Spiel von den Nutzern verbraucht wird, geht an das Pokerspiel mit rund 21 Prozent und rund 16 Prozent fließen in die Spielbanken, wozu Poker nicht gehört. Nummer drei belegten die Automaten in den entsprechenden Lokalitäten mit einem Prozentsatz von 15,4 Prozent.
Lotto und Lotterien bekommen rund 14 Prozent dieses Geldes. 10 Jahre zuvor war diese Splittung noch ganz anders gestaltet, so Professor Haase, da das Poker noch eher zu den Außenseitern unter diesen Spielen gehörte, was in der Bundesrepublik der Fall war. Diese Tendenzen bringen die Aufmerksamkeit der öffentlichen Welt und die Vermutung auf, dass dadurch Spielsucht hervorgerufen wird.
Diese Meinung ist nicht richtig, da seit etlichen Jahren die Anzahl der kranken Spieler unter einem Satz von einem Prozent in Deutschland liegt, er ist der Ansicht, dass die Anteile des Marktes anders gewichtet werden. Die Studie zeigt auch auf, weiter als andere Forschungen, dass die Verhaltensweise beim Spiel im Kontext mit besonderen Phasen des Lebens steht.
Mit Ausnahme des Lottospiels hält keins die anderen Spieler so lang fest, im Schnitt sind die Spieler schon 19 Jahre bei dem Spiel und sind Mitte 50. Im Gegensatz dazu zocken die Leute Mitte 30 bei Geldspielen in Spielstätten durchschnittlich erst fünf Jahre lang.
Augenscheinlich sind die Vorlieben für unterschiedliche Glücksspielarten vom Alter und auch vom Geschlecht der Nutzer abhängig, denn 80 Prozent der Männer nutzen Poker und Sportwetten und bei Loslotterien und TV-Lotterien sind die Frauen in der Überzahl. Ungeachtet dieser Vorlieben gibt es fast sämtliche Mischungen der Spielarten und auch sie werden anders. 66 Prozent der Deutschen spielte binnen der letzten 12 Monate minimal einmal eins der bekannten Glücksspiele. Bei Suchtkranken ist diese Verteilung in den Altersklassen eher unkohärent.
Die jungen Menschen bis zu 25 Jahren sind bei den krankhaften Spielern mit 33 Prozent am häufigsten zu finden. Lediglich rund 6 Prozent der krankhaften Spieler sind in der Altersklasse zwischen 36 und 45 Jahren zu finden und im weiteren Lebenslauf klettert die Anzahl der krankhaften Spieler wieder nach oben, bei den 46-55 Jahren alten Menschen sind es 23,5 Prozent. Ältere Menschen ab 66 Jahren sind nur noch mit 8,6 Prozent vertreten. Krankhaftes Spielen findet sich also nicht in allen Altersklassen.
Da die Forscher der Frage auf den Grund gehen wollten, wie schwierig es ist, ein Glücksspiel zu beenden, befragten sie beispielhaft jene Menschen, nicht im oben angegebenen Zeitraum, doch aber vorher die Automaten im Netz und in Spielstätten genutzt haben.
94 Prozent sagten, dass sie keine Probleme damit haben und nur ein Prozent hatte große Probleme. Der Großteil der Interviewten sagte dazu, dass ihnen einfach nicht mehr danach war und nach Art und Weise gefragt antworteten sie, dass sie das Spiel einfach beendet haben und ein Bruchteil sagte, dass er dabei Hilfe gebraucht hat.
Lediglich die Nutzer, die noch andere Spiele in einer krankhaften Form spielen gaben mit rund 20 Prozent zu Protokoll, dass sie massive Probleme mit der Beendigung des Spiels haben. Somit ist laut dem Professor belegt, dass die Beziehung zu einer besonderen Spielform oder ein solchen Verhalten im Allgemeinen keine Entscheidung auf Lebenszeit ist, sondern nur eine zeitliche Phase darstellt, die ohne Hilfe von außen gemeistert wird.
Doch man muss dabei berücksichtigen, dass sich immer Leute finden, deren Verhalten im Spiel krankhaft ist. Dies ist aber nur eine Variation, wie dies bei einem Charakter zustande kommt, die Studie brachte ans Tageslicht, dass die Interviewten, sich persönlich als Suchtkranke einstufen und zwar bei mehreren Spielen.
Die Hälfte der rund 0,7 Prozent sagt, dass sie noch dazu süchtig nach Zigaretten, Internet und anderen Genussmitteln ist, was aber nur eine kleine Rolle spielt. Die Resultate der Studie verlangen ein anderes Denken im Zuge der politischen Befassung mit diesem Thema des krankhaften Spielens.
Das kleine Vorkommen in der Bevölkerung des Landes, ist, wenn es wichtig ist, in Bezug auf den Spieler und nicht auf die Spielform wichtig. Wenn man in der Ära, in der Glücksspiele überall zu finden sind, im Netz sich mit Spielersperren in Spielstätten mit staatlicher Zulassung, die Einschränkungen der Konzessionen für Betreiber auseinander setzt, der muss sich auch im Klaren darüber sein, dass der Schutz nur scheinbar da ist und dass die Spielsucht nicht entgegengewirkt werden kann.
Wichtig ist besonders die rechtzeitige Erkennung von krankhaftem Spielen und die Ausarbeitung kompetenter Beratungsangebot. Doch hinsichtlich der vielen Glücksspielofferten im Netz hat auch dieser Schritt keine unbegrenzten Möglichkeiten. Im Netz findet man keinen Verteiler und auch keine Angestellten einer Annahmestelle für Lotterien oder auch eine Spielhallen und ein Wirt, der im Auge behalten kann, ob jemand ein auffälliges Verhalten aufweist, ist nicht da.
Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, die Möglichkeiten des einzelnen Nutzers bei der Handhabung mit Glücksspielen, und Spielen, bei denen das Geld im Mittelpunkt steht, auszureifen. Für die, die neben dem krankhaften Spielen auch noch eine Störung aufweisen, ist dies wenig hilfreich, doch es beugt Kontrollverlusten beim Spiel vor, welche auf Nichtwissen und Leichtsinn zurückzuführen sind.
Diese Forschungsreihe ist die erst großangelegte empirische Studie zum Thema der Glücksspielweise in der Bundesrepublik welche nicht mit Geldmitteln aus den Glücksspielsteuern gesponsert wurde. Dies wären Unternehmen, die unter das Monopol des Staats fallen.
Diese wurde von dem Unternehmen "AWI" von Februar bis Juni dieses Jahres in Auftrag gegeben und die Beteiligten an dieser Studie waren in Zusammenhang mit dem Aussuchen der entsprechen Geräte, Fragen, Planung. Analyse und Auslegung der Resultate neutral.
geschrieben am 12.12.2011 von Laura Koch
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