Hoch soll sie leben - Spielbank Lindau feiert 10.Geburtstag
Die Spielbank auf der Bodenseeinsel Lindau ist die jüngste ihrer Art im Bundesland Baden-Württemberg. Vor 10 Jahren eröffnete sie in Lindau, sie hat viele tausend Besucher, die jedes Jahr kommen, um sich im Großen oder Kleinen Spiel zu versuchen. Aber nicht nur das Glück ist ein verlockender Aspekt, auch der Blick aus der ersten Etage auf dem Bodensee lohnt eine Reise.
Begonnen hat alles nach dem 2. Weltkrieg. Man wollte eine Deutsche Riviera am Schwäbischen Meer aufbauen, so berichtet es die Spielbank auf ihrer Webseite. Dann segnete der Stadtrat den Plan für eine Spielbank im Ort ab, in dem er die Konzession für das Glücksspiel erlaubte. Dies sollte nur der Fall sein, wenn 70 Prozent der Gewinne aus den Spielen für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.
Rasch wurde ein Holzgebäude gebaut, welches nach 40 Jahren den Betreibern und Spielern nicht mehr genügte. Eine neue Spielbank musste gebaut werden. Hans Lechner, ein Architekt aus Wien bekam den Auftrag, ein Gebäude zu entwerfen, das zur Landschaft der Insel passte und auch den speziellen Standort des Casinos auf Lindau hervorhob. Dieser Plan fand großen Anklang bei der Stadt und dem Freistaat Bayern. Lindau hat über 14 Millionen Euro in den Neubau gesteckt und Bayern gibt 6 Millionen Euro für die Innenausrichtung dazu.
Zu einem späteren Zeitpunkt wurden noch einmal umgerechnet 4 Millionen Euro für zusätzliche Verbesserung verwendet. Bei einer Presseveranstaltung zum 10jährigen Jubiläum der Spielbank bedachte der Finanzsekretär Pschierer die äußerst effektive Kooperation zwischen Lindau und Bayern mit einem dicken Lob. Diese Investitionen waren auf alle Fälle ein Erfolg. Etwa eine Million Gäste besuchten seit der Eröffnung die Spielbank und gaben dort 109 Millionen Euro aus. Davon bekam die Stadtkasse ungefähr 21,5 Millionen Euro.
Doch der Umsatz könnte schlechter werden, denn die gewerblichen Spielhallen, das Rauchverbot und das Internet stellen die Spielbanken auf tönerne Füße. 2009 seien zwar 2,5 Prozent mehr Besucher gekommen, doch die Gewinne seien um vier Prozent gesunken. Das Spiel an Automaten schaffe einen ungleichen Wettbewerb, sagte Pschierer.
Hier können die Besucher schon ab 18 Jahren spielen und die Öffnungszeit von 23 Stunden am Tag trage ihr Übriges zur Konkurrenz bei. Dieses Jahr lief es für die Lindauer Spielbank ein wenig besser, dies ist auf die Lockerung des Rauchverbotes zurückzuführen.
Dies zeigte sich besonders beim Automatenspiel. Hier entstehen etwa 80 Prozent der Gewinne und dort möchten die Spieler auch rauchen. Wenn nicht, dann wechseln sie zu den gewerblichen Spielhallen, in denen meist kein Rauchverbot existiert. Doch die Lage für die Spielbank könnte wieder schlechter werden. Dies ist mit dem Volksentscheid in Bayern zum Rauchverbot begründet.
In öffentlichen Gebäuden darf nun nicht mehr gequalmt werden. Die Spielbank muss also wieder ihre alten Raucherbereiche zugänglich machen müssen. Dies gefällt den rauchenden Spielern und besonders der Stadt gar nicht. Letztere muss auf einen Teil ihrer Gewinne verzichten.
geschrieben am 03.08.2010 von Laura Koch
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