Der Petersberg soll fünftes Casino in NRW werden
Der Petersberg, der in Königswinter bei Bonn hat einen bewegten historischen Hintergrund. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte er eine große politische Bedeutung für neu entstandene Bundesrepublik und bekam den Beinamen "das deutsche Camp David". Bis zum Jahre 1952 war er der Sitz der Alliierten Hohen Kommission und im dort befindlichen Hotel wurde im November desselben Jahres das Petersberger Abkommen zwischen Konrad Adenauer und den Alliierten Hohen Kommissaren unterzeichnet.
Es ermöglichte der neu gegründeten Bundesrepublik die Wiederaufnahme der konsularischen Beziehungen sowie die Mitgliedschaft in internationalen Einrichtungen. Der Abbau von Industrieanlagen wurde größtenteils eingestellt, nur die internationale Überwachung des Ruhrgebiets und seiner Kohlen- und Stahlindustrie wurde aufrechterhalten. Bei der Unterzeichnung des Abkommens fand die bekannte "Teppich-Szene" statt. Konrad Adenauer stand auf dem Teppich, der eigentlich für die Vertreter der Alliierten vorgesehen war, doch keiner der Anwesenden traute sich, den alten Bundeskanzler auf diese Tatsache hinzuweisen.
Die ersten Regierungen der Bundesrepublik brachten in den nächsten 20 Jahren ihre Staatsgäste wie Queen Elizabeth II, Michail Gorbatschow und Leonid Breschnew im Hotel auf dem Petersberg unter. Der Umzug der Regierungen nach Berlin war nicht das Ende seiner politischen Geschichte. Im Jahre 1999 berieten dort die Länder der EU über die Krise im Kosovo, im Jahr darauf wurde hier die Konferenz der EU-Außenminister abgehalten und im heutigen Steigenberger Grand Hotel, das große sicherheitliche Standards einhält, fanden mehrere Afghanistan-Konferenzen statt.
Jetzt hat die Regierung der Bundesrepublik vor, ihre einstige Gästeunterkunft zu verkaufen. Deshalb will machen einen neuen Bebauungsplan erstellen, welcher der planungssrechtlichen Sicherung der bereits vorhandenen Anlage dient. So wird die Hotelnutzung in jedem Fall und in Unabhängigkeit von eventuellen Vorhaben potentieller Investoren aufrechterhalten. Neben dem bestehenden Hotel können sich nordrhein-westfälische Politiker der CDU ein großes Casino auf dem Petersberg vorstellen. Denn dies sei ein perfektes Zusammenspiel für eine derartige Nutzung, so ein Mitglied der CDU zum Bonner General- Anzeiger. Dieser Gedanke ist nicht neu. Wenn die Idee jedoch in die Tat umgesetzt werden soll, müssen Gesetzesänderungen folgen.
Das aktuelle Spielbankengesetz im Bundesland Nordrhein-Westfalen sieht nur vier Casinostandorte im Bundeslang vor. Die aktuellen Standorte sind die Westspiel- Casinos Westspiel-Casinos Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg, Duisburg und Aachen. Ein fünfter Standort muss allerdings erst genehmigt werden. Ein Casino der gehobeneren Klasse wäre im Umkreis des Steigenberger Grand Hotel durchaus realistisch. Schon heute bietet das Hotel den Gästen exklusive Räume für Konferenzen sowie breite Angebote für Entspannung und Unterhaltung wie das erstklassige Spa World Premium und die Organisation von geschäftlichen und privaten Feiern.
Der Petersberg wird immer mehr zu einem verlockenden Stopp für Privatleute. Damals war er hauptsächlich Veranstaltungsort für Konferenzen. Mehrere Umfragen beweisen zudem, dass viele Casinobesucher dem gehobeneren Umfeld sowie den Kleidungsvorschriften "ihrer Casinos" nachtrauern und aus diesem Grund auch wegbleiben. Für die meisten Spielfans macht das Gesamterlebnis Casino, wozu geschmackvolles Interieur, feste Regeln und elegante Kleidung gehören, einen gelungenen Casinobesuch aus. Der Petersberg wäre für ein klassisches und schönes Casino ohne Automatenhallen ohne jegliche Kleidungsvorschriften wie geschaffen.
Ob dieser Vorstoß berücksichtigt wird, steht noch offen. Der Vorschlag ist auf jeden Fall reizvoll, da viele Casinobesucher den Imageverlust des einstigen Kurhauscasinos Bad Oeynhausen kritisieren, seitdem es in ein Einkauf- und Freizeitzentrum umgezogen ist. Man befürwortet hier auf jeden Fall die Rückkehr eines traditionellen Casinos in Nordrhein-Westfalen.
geschrieben am 19.05.2010 von Nina Berger
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