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Oberhausen beugt Casino-Überfällen vor


Die Zahl der Raubüberfälle auf Casinos in der Stadt Oberhausen hat sich im erstem halben Jahr 2010 im Gegensatz zum Jahr 2009, verdoppelt. Dies ist ein örtliches Problem, sondern es geht über die Grenzen der Region hinaus, wie die Polizei sagt.

Die Räuber sind meist junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren. In diesem Jahr fanden schon elf Überfälle auf Casinos statt, allein acht fanden im Mai und Juni statt, der letzte war erst vor kurzem, was ein großer Sprung sei, so ein Sprecher der Polizei. Im Gegensatz zum Vorjahr haben sich die Fälle verdoppelt. Die Kriminalbeamten von Oberhausen ermitteln beim Blick über die Grenzen der Stadt zügig. Dies geschehe im Moment nicht nur hier, sondern dies sei ein überregionales Problem.

Es stellt sich die Frage warum die Überfälle gerade jetzt so ansteigen. Der Polizeisprecher sagt, er wisse es nicht, darauf gebe es keine Pauschalantwort. Es sei jedenfalls sicher dass die Täter vorwiegend junge Männer unter 30 Jahren seien. Diese suchten die Spielhallen besonders deswegen aus, weil das Risiko hier eher klein sei. In einer Spielhalle sei der Täter meistens nur mit der Hallenaufsicht konfrontiert, höchstens noch mit einem Besucher. Es sei alle mal riskanter auf der Straße eine Handtasche zu klauen. Dazu käme noch, dass die Täter in den meisten Fällen bewaffnet seien, entweder mit einem Messer oder mit einer Waffe. Die Überfälle fänden fast immer in der frühen Nacht oder am frühen Morgen statt, wo noch weniger Trubel sei.

Viele Täter seien Gelegenheitstäter, vermutlich waren sie selbst einmal Gast in der Spielhalle. Beinahe alle leben in der direkten Umgebung, die meisten fliehen zu Fuß oder mit dem Moped. Serientäter gebe es darunter nicht. Diese Taten erforderten wenig Geschicklichkeit, den auszuspionieren sei recht wenig, so der Sprecher. Die Türen der Spielhallen seien 24 Stunden am Tag offen, da sei es kein Problem rasch hinein und hinaus zu kommen. Geld sei auch stets in der Kasse, wenn auch nicht so viel, wie sich die Täter erhofft haben. Die trügerische Hoffnung von der leichten Beute stelle sich rasch als unheilvoller Irrtum heraus, denn 50 Prozent der Fälle konnten schon geklärt und die Täter gefasst werden.

Sie befinden sich bereits in U-Haft, lobt der Sprecher die gute Arbeit der Kollegen. Man werde diese Quote mit Sicherheit noch evaluieren können, denn es seien noch nicht sämtliche Spuren analysiert. Alle Räuber ließen irgendwo und irgendwie Spuren da. So wie ein Täter, der die Beute in der nächsten Spielhalle einwechseln wollte. Die Sicherungen der Spielhallen nicht gerade gut, so kümmert sich das Kriminalkommissariat Vorbeugung darum. Man habe mit den Anbietern schon Termine zur Ausarbeitung vorbeugender Maßnahmen vereinbart, sagt der Sprecher.

Auch der Vertriebsleiter der Casino Royal GmbH, welche schon in Oberhausen sieben Zweigstellen betreibt baut auf diese Maßnahmen. Man beschäftige hier etwa 40 hauptberufliche Mitarbeiter, davon seien 85 Prozent weiblich. Für sie fühle man eine besondere Verantwortung so der Vertriebsleiter. Aus diesem Grund sei in jeder Zweigstelle eine Videoüberwachung angebracht worden. Die Mitarbeiterinnen würden niemals alleine arbeiten, hinzu kämen Safes mit Zeitschaltuhr und Handkassen mit geringen Mengen Bargeld.

Zudem seien überall stumme Alarmknöpfe vorhanden, dies würde schon abschrecken wirken. Allerdings wurden auch zwei seiner Zweigstellen in Oberhausen in diesem Jahr überfallen. Deswegen habe man einen privaten und kompetenten Sicherheitsdienst angestellt, der nun in regelmäßigen Abständen zu verschiedenen Zeiten bei uns Streife macht und die Mitarbeiterinnen können ihn jederzeit erreichen.

Für die überfallenen Mitarbeiterinnen stehe eine sofortige psychologische Betreuung bereit. Manche stünden dem Angebot erst ablehnend gegenüber und stehen schon am folgenden Tag wieder an der Kasse. Aber aus Erfahrung wisse man, dass diese Erlebnisse nach drei, vier Monaten wieder kommen.



geschrieben am 14.07.2010 von Alexander Peters






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