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Neues über Spielautomaten


Für gewöhnlich wird jede wissenschaftliche Studie zum Thema Glücksspiel schnell zu einer Triade gegen Glücksspiele und eine endlose Predigt zum Thema Spielsucht. Das nun erschienen Werk "Jackpot – Erkundungen zur Kultur der Spielhallen" wirkt allerdings umso überraschender. Die Soziologen Jo Reichertz, Arne Niederbacher, Gerd Möll, Miriam Gothe, Ronald Hitzler haben hier einen Selbstversuch der ungewöhnlichen Art gestartet.

Die Spielhallen breiten sich seit den 1970er Jahren in Deutschland, trotz schlechtem Image und höchster Suchtgefahr, immer weiter aus.Die Kulutr der Spielhallen wollte nun ein Team aus Soziologen der Universität Dortmund, Duisburg und Essen erforschen und somit der steigenden Beliebtheit auf die Spur kommen. Die Wissenschaftler besuchten zehn Monate lang Spielautomaten Casinos und spielten selbst an den Automaten um den Reiz der Glücksspiele herauszufinden.

Das man die Spielautomaten nicht beeinflussen kann und es reiner Zufall ist ob man gewinnt, ist klar. Während des Versuchs fanden die Soziologen heraus, das Spielhallen eine Welt voller Magie und Mythen sind. Unter anderem begegneten sie Spieler die mit ihren Geräten rangen, sie umschmeichelten und veruschten die Geräte auszahlungsbereit zu stimmen. Das die Gemeinschaft an Spielern nicht immer nur am Gewinn interessiert ist, fanden die Wissenschaftler schnell heraus, vielen Spielern geht es um das Spiel selbts. Viele Spieler waren tatsächlich völlig desinteressiert an dem Gewinn, auch wenn sie den Jackpot letztendlich gewannen. Bei Spielautomatenspielen geht es also gar nicht so sehr ums Geld sondern darum sich selbts dem Risiko des Spiels auszusetzten und das Spiel zugleich zu beherrschen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die klischeehaften Spielautomaten Zombies eher zur Ausnahme als zur Regel gehören. "Man findet zwar in jeder größeren Spielhalle ein bis zwei pathologische Spieler, aber im Vergleich zu den vielen anderen, lebendigen Spielern, die vernünftig mit dem Spiel umgehen, ist das eine überraschend geringe Zahl. Das negative Bild der pathologischen Spieler auf alle Besucher von Spielhallen zu übertragen, wäre genau so, als wenn man alle Besucher einer Kneipe anhand des Thekenalkoholikers bewerten würde."



geschrieben am 11.02.2010 von sophia






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