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Neue Lotterie "EuroJackpot" macht sich nicht nur Freunde


Wenn man einmal in der Woche dem Lottospiel frönen würde, müsste man um die drei Millionen Jahre alt werden, damit man einmal den Hauptgewinn knackt, doch es sind nur Statistiken.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser mit der Superzahl ist 1: 140 Millionen, doch die Hoffnung auf diese kleine Wahrscheinlichkeit bleibt bestehen. Nur 2011 gaben die deutschen Bürger vier Milliarden Euro für das normale Lotto aus und mit beinahe jeder Ziehung mehr kam noch ein Millionär hinzu.

Der größte Hauptgewinn 2011 belief sich auf rund 25 Millionen Euro. Je höher der Hauptgewinn liegt, umso mehr Leute nutzen die Lotterie und desto hartnäckiger sind sie auch, dies sagte die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung". Diesen Kontext will die Lotterie des Staates nun verwenden, um die Flaute bei den Lotterien zu beheben. Im März 2012 möchte man zu dem normalen Lotto eine neue Lotterie, den "EuroJackpot", auf die Beine stellen, hier soll es einen Mindesthauptgewinn von 10 Millionen Euro geben.

Der Hauptgewinn kann auf maximal 90 Millionen Euro klettern, zweimal so viel wie der höchste Gewinn im deutschen Lotto. Jedes der 16 Bundesländer, Finnland, Dänemark, Slowenien, Italien und Holland sind bei diesem Jackpot mit dabei, es kann sein, dass noch Spanien und Norwegen dazukommen. Ein Fachmann für Sucht an der Uni Lübeck sagt aber, dass dieses neue Lotto viel riskanter als das übliche ist.

Die Arbeiten für diesen Jackpot sind schon in vollem Gange und in Helsinki wurde ein TV-Studio aufgestellt, hier werden immer freitags die Zahlen zum Gewinn bekanntgegeben. Man redet noch mit einer bundesdeutschen Fernsehanstalt über eine zeitverschobene Sendung dieser Bekanntgabe. Die "WestLotto" in Münster rechnet alle Aufträge zum Spiel zentral ab und findet die Quoten zum Gewinn heraus. Die Sendungen haben sich bei ersten Tests bewährt und bald soll es auch Werbung dafür geben.

Das Lottospiel hatte immer den Ruf, das Glücksspiel der kleinen Leute zu sein, die weniger Bildung haben und auch oft unteren Schichten angehören. Ein Euro war schon ausreichend um beim Spiel dabei sein zu können und dem Traum von viel Geld nachzuhängen. So manche Spieler beurteilen das Lottospiel als den einzigen erlaubten Weg, den gesellschaftlichen Status und das Ansehen klar besser zu machen und 40 Prozent der Menschen ab 18 spielen regelmäßig Lotto.

Der Großteil von ihnen ist über 50 Jahre alt und so sieht auch der Ruf dieses Spiels aus. Dieser neue Jackpot ist nun dafür gedacht, das Lotto für Menschen jüngeren Alters, die Geld haben, reizvoll machen. Der minimale Spieleinsatz liegt bei zwei Euro mit der Bearbeitungsgebühr und je Spielfeld sind 5 aus 50 Zahlen zu wählen und in einem zweiten Feld werden von 8 Ziffern noch einmal zwei ausgesucht. Damit man den Hauptgewinn bekommt, muss jede der sieben Ziffern stimmen, sprich, die Ziffern aus den beiden Feldern.

Die neue Lotterie verheißt nicht nur mehr Hauptgewinn als das normale Lottospiel, sondern bietet auch größere Gewinnmöglichkeiten an. Dazu gehört auch, dass bereits bei zwei richtigen Ziffern mit der Eurozahl eine kleine Geldsumme rausspringt. Die Chance, mindestens den Spieleinsatz wiederzubekommen, liegt bei dieser Lotterie also deutlich höher.

Gerade diese Verbindung von Chancen und Gewinnbetrag beurteilen die Fachleute besonders riskant. Ein Professor am Institut für Recht der Wissenschaft an der Uni Hamburg bezeichnet die kleinen Gewinne als verlockendes Angebot. Sie helfen über den Verlust hinweg und erhalten die Hoffnung aufrecht. Der große Hauptgewinn sorgt für wilde Vermutungen und treibt die Sucht an.

Ein Gutachten von ihm warnt vor dem größeren Suchtrisiko des untengenannten Jackpots, denn dieser wird viel mehr Nutzer in den Bereich des Glücksspiels bringen. Zudem ist der Professor noch im "Fachbeirat für Glücksspielsucht", der sich aus sieben Fachleuten beim Innenministerium von Hessen zusammensetzt. Es obliegt ihm auch, die Etablierung neuer Formen des Glücksspiels zu gestatten und er sieht den "EuroJackpot" gar nicht gerne.

Der Leiter von Westlotto und der Präsident des internationalen Exekutivkomitees von "Euro Jackpot" sagte, dass die neue Art der Lotterie nicht noch mehr Suchtkranke nach sich ziehen wird. Seiner Meinung nach ist das Aufkommen nur bei einer großen Angebotsdichte möglich, sprich bei einer sehr kurzen Zeit zwischen dem Spieleinsatz und der Auszahlung. Die positiven Zahlen bei dem normalen Lotto gibt es immer mittwochs und samstags, dieser Jackpot aber gibt seine Zahlen aber nur einmal wöchentlich preis.

Eine Mitarbeiterin vom Fachverband für Glücksspielsucht sagte, dass die Glücksspiele keine alltägliche Freizeitbeschäftigung sind, denn auch Lottofans können sich verspekulieren. Sie kennt Firmen, die für eine Menge Geld wöchentlich Tipps abgegeben haben, um mit dem Geld das angeschlagene Unternehmen zu retten. Sie hat ein Vierteljahrhundert Erfahrung in der Beratung und sie weiß, dass besonders Suchtkranke dem Lotto nachgehen, in der Hoffung, damit ihre Verbindlichkeiten in Spielhallen und bei Wetteinrichtungen zahlen zu können.

Die Etablierung einer neuen Lotterie des Staates sorgt für eine Atmosphäre, die Glücksspiel zu einem Teil der Gesellschaft werden lässt, so eine Dame vom "Fachverband Glücksspielsucht". Es ist klar, dass die Lotterien nicht so zahlreiche Suchtkranke wie bei den Sportwetten und Poker nach sich ziehen, doch besonders riskant sind die Automaten für die Sucht. Zwischen dem Einwurf der Münzen und dem Resultat vergeht nicht viel Zeit oder sehr wenig.

Dies beflügelt den Spieler, es nochmals zu versuchen und sich den Verlust doch wieder zu holen. Über die Hälfte der Erträge werden in der Industrie mit Süchtigen gemacht, beim Lotto beläuft sich diese Zahl auf vier Prozent. Die Drogenbeauftragte aus der FDP der Bundesregierung sagt, dass die Spielsucht im Land eine richtige Schwierigkeit ist, denn mehr als eine halbe Million Leute, gerade die Automatennutzer, sind ihr anheimgefallen.

Auch der "EuroJackpot" ist der Dame ein Dorn im Auge, denn die großen Gewinnmöglichkeiten stellen eine besondere Verlockung für Menschen mit Suchtpotential dar. Doch die Länder haben die Alarmsignale der Fachleute in diesem Bereich ignoriert und der neue Vertrag in Sachen Glücksspiel gestattet den Beginn dieses Jackpots auch ohne das Okay des Fachbeirats.

Das Monopol des Staates in Bezug auf Lotto und Sportwetten wird damit gestützt, dass man die Offerten beschränken will und das Aufkommen der Spielsucht ersticken will. Herr Goßner von "WestLotto" rechnet auch damit, dass diese Einrichtung einen guten Einfluss haben und besonders die nicht so alten Nutzer von den unrechtmäßigen Offerten im Internet und den riskanteren Formen des Glücksspiels abbringen wird.

Beim "EuroJackpot" werden wie beim normalen Lotto auch mit der Mehrheit des Geldes soziale Institutionen, Projekte im Rahmen der Kultur und der Sport finanziert. 50 Prozent der Erträge kommen als Gewinn hervor. Es finden sich 12 Klassen für den Gewinn, dies sind nicht 8, wie beim altbekannten Lottospiel.

Der Beginn des Verkaufs für EuroJackpot beginnt am 17.03. dieses Jahres, sechs Tage später soll die Ziehung der Zahlen erfolgen. Ein Mitarbeiter von der BZgA beurteilt diese Gewinnmöglichkeit als leicht schwierig. Er möchte aber den Leuten das Vergnügen nicht nehmen und auch das Lotto nicht an den Pranger stellen.

Schwierig wird es dann, wenn die Menschen mehr Geld dalassen, als sie eigentlich verwenden sollen, so der Mann. Er gibt allen Spielern den Tipp, sich eine finanzielle Obergrenze zu setzen.



geschrieben am 24.01.2012 von Laura Koch






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