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Risiko oder nicht? Ein neues Gerät machts möglich


Spieler und Wissenschaftler beschäftigt schon seit einiger Zeit die Frage ob jedes Glücksspiel ein Suchtpotential hat. Das Wissenschaftliche Forum Glücksspiel befasst sich mit dieser Fragestellung. Die Wissenschaftler der Universitäten Bonn-Rhein-Sieg, Konstanz, Bremen und Berlin behaupten nun, auf diese Frage eine Antwort gefunden zu haben und präsentierten vor kurzem ein Gerät vor, das das Suchtpotential von diesen Spielen ermitteln soll.

Fast jeder hat schon gespielt, sei es am Automaten, in Online Casinos oder schlicht und ergreifend ein Videospiel am eigenen Rechner oder Fernseher. Spielen ist ein kurzweiliger Zeitvertreib, aber die Grenze zum Gefährlichen ist wie bei allen Suchterkrankungen schwammig. Wer heute nur aus Jux und Dollerei spielt, kann morgen schon suchtkrank sein. Seit Beginn des Jahres 2007 betrieben die Fachleute aus den Bereichen Wirtschaft, Recht, Psychologie und Soziologie Forschungen an dem Mess- und Bewertungsinstrument und das erfolgreich.

Man könne auf wissenschaftlich basierter Grundlage ein quantitativ ermittelbares Profil einzelner Glücksspielprodukte aufstellen, so Professor Peren vom Bereich Wirtschaft an der Universität Bonn-Rhein-Sieg. Einfach gesagt, die Forscher haben ein Gerät erfunden, das die Gefahren, welche von den einzelnen Spielen ausgehen, vorher ermitteln. Um ermitteln zu können, welchen Einfluss ein Spiel auf den Spielenden hat, untersuchte man alle Merkmale, welche einen Einfluss auf die Suchtgefahr haben könnten, beispielsweise die Häufigkeit von Ziehungen, extrem hohe Gewinne oder die Verfügbarkeit des Spiels.

Danach untersuchte man die Aspekte, welche für das Gefahrenpotential wichtig sind. Zudem wurden normale Spieler, Problemspieler und krankhafte Spieler sowie Glücksspielanbieter in die wissenschaftliche Arbeit mit eingebunden. Auf der Basis ihrer Resultate konnten die Forscher zehn Kriterien herausstellen, die das Suchtpotential dieser Spiele adäquat beschreibt. Diese helfen dabei, ein Profil für jedes Angebot zu erstellen und dieses dann in fünf Gefährdungskategorien einzuteilen. Dieses Gerät könne dabei behilflich sein, Produkte mit weniger Suchtgefahr auf den Markt zu bringen. Parallel dazu biete es die Chance, die ordnungsrechtlichen Kriterien für deutsche Glücksspielprodukte neu zu strukturieren, so Professor Peren.

Das Ziel soll es sein, zukünftig eine wissenschaftlich basierte Zertifizierung der Glücksspielangebote durch eine neutrale Prüfstelle zu etablieren. So will man garantieren, dass Legislative, Judikative und Verwaltung zukünftig rechtliche Sicherheit haben, um den Glücksspielvertrag passend in die Tat umzusetzen. Es ist jedoch wichtiger, dass die Verbraucher eine Orientierung haben. Er kann sich also schon vorher über das Gefahrenpotential eines Spiels schlau machen und sich anschließend dafür oder dagegen aussprechen. Damit dies auch in Zukunft so ist, muss das neue Toll stetig angepasst werden, denn laut Peren entwickle sich besonders dieser Markt weltweit sehr dynamisch.



geschrieben am 19.07.2010 von Martin Steiner






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