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Debatte um Glücksspielvertrag - Deutsche wollen mitreden


Geht es um das Thema Glücksspielvertrag in Deutschland, dann haben viele ein Wörtchen mitzureden, wie die Regierungen, Werbeindustrie und die staatlichen Spielbanken. Eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe hatte bislang keine richtige Möglichkeit sich zu äußern, nämlich die Spieler selbst.

Eine von TMS Emnid durchgeführte Umfrage unter der deutschen Bevölkerung macht dieser Situation jetzt den Garaus und beweist, dass die Deutschen eine Legalisierung von Online Glücksspiel befürworten. Über 1000 Haushalte in der Bundesrepublik wurden befragt, so repräsentiert das Resultat alle Bürger Deutschlands. Laut der Befragung bejahen stolze 62 Prozent der Deutschen eine Legalisierung von virtuellen Glücksspielen. In den neuen Bundesländern sind es 8 Prozent mehr, die den rechtsgrauen Raum abschaffen wollen und eine Legalisierung befürworten. Dazu denken die Deutschen nicht, dass ein Staatsmonopol der Suchtprävention hilft.

Ein Fakt, mit dem aber besonders die Bundesländer, welche sich am Vertrag festklammern wollen, die Bedeutung dieses Vertrages betonen. Offensichtlich fielen die Bemühungen durch Kontrolle Seitens des Staates das Spielverhalten in eine positive Richtung zu lenken bei Bürgern nicht auf fruchtbaren Boden. Von der Abschaffung dieses Vertrags hofft man, dass die dazukommenden Gewinne in Milliardenhöhe von den Ländern genutzt werden können und dass die Bürger letztlich auch etwas davon haben. In dieser Umfrage wurden auch nach der Ansicht der Deutschen zum Vorstoß von Schleswig-Holstein befragt. 42 Prozent unterstützen diese Initiative der Regierung in Kiel.

Diese tritt schon längerer Zeit für eine Liberalisierung des Glücksspielmarktes ein und betonte Anfang letzten Monats dies auch ohne die restlichen Bundesländer durchzuziehen. Die Regierungskoalition in Kiel die aus FDP und CDU besteht, hatte bei der Bundespressekonferenz zudem einen Vorschlag zur Änderung dieses Vertrages präsentiert. Den seit 2008 gültigen Vertrag betrachtet man in Kiel als gescheitert. Der Grund hierfür ist, dass das Spielen im Netz hierzulande untersagt ist und so immer mehr Spieler auf ausländische Plattformen ausweichen.

Genau diese Tatsache bringe den Spielerschutz nicht voran, da eine Kontrolle der ausländischen Anbieter utopisch wäre. Zudem verliere der Staat seit zwei Jahren Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Im Bundesland Schleswig-Holstein möchte man deswegen das staatliche Glücksspielmonopol in die Wüste schicken und sich mit der Novellierung an den Dänen orientieren. Dort sind besonders Anbieter von Sportwetten und Poker lizenziert sind. So soll es, wenn es nach der Kieler Regierung ging, hierzulande auch in Zukunft so sein.

Die deutschen Spieler sind offenbar derselben Meinung, denn die Aktion in Kiel stößt bei der Bevölkerung auf große Resonanz. Doch man wird noch ein wenig warten müssen, bevor entschieden wird, ob man auf die Interessen der Deutschen eingeht oder nicht. Dieser Vertrag ist noch bis Ende nächsten Jahres gültig, bis dahin heißt es also Abwarten und Tee trinken.



geschrieben am 06.07.2010 von Nina Berger






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