Moderatorin Charlotte Roche verfällt dem Pokerspiel
Deutsche Prominente sind eindeutig vom Pokerfieber befallen. Nun hat sich auch neben dem berühmten Tennisspieler Boris Becker auch die Moderatorin und Schriftstellerin Charlotte Roche angesteckt. Die aus Großbritannien stammende Charlotte Roche hat dieses Gebiet erst seit Kurzem für sich entdeckt.
Nun spielte sie erstmals beim spektakulären EPT in Berlin, einer internationalen Live-Veranstaltung auch wenn sie angibt, noch nie um mehr als 20 Euro Wetteinsatz gespielt zu haben. Roche kam vor 32 Jahren zur Welt und zog im Alter von acht Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Nachdem sie eine wilde Zeit durchlebte, die Provokation geradezu herausforderte und von Rauschgift bis verschiedene Frisuren alles testete, konnte sie mit 20 Jahren bei einem VIVA- Casting überzeugen.
Danach wurde sie durch ihren Moderationsjob für die Musiksendung Fast Forward in der alternativen Musikszene populär. Ihre individuelle und unkonventionelle Art machte sie bei einem größeren Publikum beliebt. Sie bekam eine zweite eigene Sendung - Trendspotting. Sie erhielt nacheinander für ihre Arbeit an Fast Forward den Bayrischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis, zwei sehr bekannte Ehrungen.
Als Fast Forward nicht mehr gesendet wurde, bekam sie für einen kurzen Zeitraum eine eigene Talkshow, die Eröffnung der Berlinale im Jahr 2007 und die Sendung "Charlotte Roche unter…". Hier stellte sie verschiedene Berufe vor. Ihr heftig umstrittener Bestseller mit dem Titel "Feuchtgebiete", der sich monatelang in den Beststeller-Charts halten konnte, machte sie erst richtig bekannt. Es war das erste deutschsprachige Werk, das die Bestsellerliste von Amazon anführte. Die Anhänger des Buches, das explizit Themen wie Analverkehr, Prostitution sowie Intimhygiene schildert und die Scheidung von Roches Eltern aufarbeitet, bewerten es als eine erfolgreiche Provokation.
Die Gegner wiederum werfen dem Werk eine pubertäre Wortwahl und den kompletten Misserfolg seiner provokativen Mission. Roche hat außerdem seit etlichen Jahren einen Streit mit der „BILD“, da die Zeitung sie nach dem tragischen Ableben mehrere Familienmitglieder zu einem Interview überreden wollte. Zudem begann die Zeitung ihren Bestseller in den Schmutz zu ziehen. Diese außergewöhnliche Persönlichkeit des deutschen Fernsehen und der deutschen Literatur hat nun das Pokerspiel als Hobby für sich entdeckt. Wie die meisten deutschen Prominenten, die am Pokertisch sitzen wollen, nahm sie Trainingsstunden beim Profi Jan Heitmann, dessen Bekanntschaft sie in Stefan Raabs Poker-Show gemach hatte.
Der hatte nur Gutes über seine Schülerin zu berichten. Sie sei intelligent, wissbegierig und sehr bei der Sache, sagte er der Märkischen Allgemeinen. Roche dagegen bemerkte beim Pokerolymp- Interview mit trockenem Humor, dass sie schon vorher viel von ihrem Neffen und der Babysitterin gelernt habe. Sie wollte die Einladung zu Stefan Raabs TV Total Pokernacht erst dann annehmen, wenn sie wenigstens die Regeln des Pokerspiels beherrschte. Das war der Grund, weshalb sie bei ihrem Neffen dahingehend Unterricht nahm. Mittlerweile verfolgt sie auch größere Turniere im TV und mag besonders Phil Ivey. Sie schätzt die Möglichkeit, als Laie gegen einen alten Hasen antreten zu können.
Bei der EPT überstand sie immerhin den ersten Tag des Hauptturniers, obwohl sie sich vor Aufregung erbrechen musste. Diese Tatsache gab sie mit ihrer bekannten Offenheit im Pokerolymp-Interview zu. Vielleicht ergibt sich aus diesem Hobby neben der Karriere als Moderatorin und Schriftstellerin eine Drittkarriere als Pokerspielerin. Ein neues Buch ist noch nicht in Arbeit und zu Beginn dieses Jahres beendete sie ihre Arbeit als Moderatorin der Radio-Bremen-Talkshow 3 nach 9. Da bleibt ihr also eine Menge Zeit sich mit Turn, River und Limit zu beschäftigen und die Anfänge können sich schon jetzt sehen lassen.
geschrieben am 18.05.2010 von Nina Berger
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