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In Memorian – Casinos Plauen und Görlitz


Ende Februar diesen Jahres schlossen die sächsischen Casinos und Plauen für immer ihre Pforten. Zuerst wurden die Casinos von einem Privatinvestor erworben und es machten immer wieder Gerüchte die Runde, dass die Spielbank Oeynhausen und Hohensyburg, Häuser mit langer Tradition von der Schließung bedroht seien.

Durch die Schließung von Plauen und Görlitz zeichnet sich eine deutschlandweite Casinokrise immer deutlicher ab.

Die Gründe für die missliche Lage sind vielfältig: der Glücksspielvertrag, Rauchverbot, Konkurrenz von gewerblichen virtuellen Casinos. Nur das Rauchverbot habe Schuld an dem Untergang der Standorte Görlitz und Plauen, so die Betreiber und die Spielbanken GmbH. Durch den Schutz des Nichtrauchers kam es laut einer Sprecherin zu massiven Gewinnverlusten. Das Rauchverbot habe die Casinos empfindlich getroffen.

Auch strenge Auflagen für den Spielerschutz sind Grund für den Unmut der Casino Mitarbeiter. Ihnen missfällt außerdem, dass die Automaten Casinos an diese Auflagen in keinster Weise gebunden sind.

Görlitz und Plauen wurden schon länger genauer geprüft. Der drastische Besuchereinbruch von 500.000 auf weniger als 150.000 war der Grund für die zwingend notwendige Schließung. Diese Zahlen beziehen sich auf alle 5 Häuser der Sächsischen Spielbanken GmbH. Mit dem Wegfall der beiden Standorte besitzt das Bundesland Sachsen nur noch drei Spielbanken, nämlich das Casino Petersbogen (Leipzig), das Casino Prager Straße (Dresden) und das Casino Atlantis (Chemnitz).

Die offizielle Reaktion der Geschäftsleitung war recht vage. Die Casinos Görlitz und Plauen wurden am 28. Februar dieses Jahres geschlossen und die Sächsischen Spielbanken GmbH & Co. KG und ihre Angestellten sprachen den Besuchern ihren Dank aus.

So war es auf der Website der GmbH zu lesen. In den drei restlichen Casinos soll es bald wieder Bereiche für Raucher geben. Die Nichtraucherregelungen in dem Bundesland waren erst vor kurzen gelockert worden. Die Realität war die, dass nach der Gültigkeit des Rauchverbots vor zwei Jahren die Gewinneinnahmen massiv nachließen.

Die erste Zeit des Rauchverbots zog in machen manchen Bundesländern eine Boykottierung der Casinos durch die rauchende Kundschaft nach sich. Viele Länder haben die Regelung etwas aufgelockert und die Schaffung separater Raucherbereiche erlaubt. Man darf getrost davon ausgehen, dass nicht nur die Streitigkeiten um den Zigarettendunst den Untergang der Casinos Plauen und Görlitz verursacht haben.

Dieses Verbot ist neben der wirtschaftlichen Krise und der wachsenden privaten Konkurrenz nur einer von vielen Gründen, die an den Casinos nagen. Ein unzureichendes Spielangebot, schlechter Service, Kleiderordnungen nach Lust und Laune (ein Missstand, der durch die Einführung verschiedener Kleiderordnungstage leicht zu beheben ist), geben bei den Besuchern deutscher Casinos Grund zur Klage.

Doch niemand scheint dies zu interessieren, obwohl sich bei vielen angegriffenen Casinos die Anzeichen für eine allgemeine Unzufriedenheit der Besucher häufen. Diese ist nicht nur mit staatlichen Auflagen bezogen auf auch Nichtraucher- und Spielerschutz begründet. Wenn man sich die Websites der Casinos in Sachsen genauer ansieht, fällt auf, dass sie nicht viel Überzeugungsarbeit leisten.

Der Veranstaltungskalender ist wenig gefüllt, es gibt kaum Turniere, Freizeitkleidung kann man immer tragen und neben den üblichen Verdächtigen Roulette, Black Jack und Automaten gibt es wenig Anderes. Man kann den Unternehmen nur ans Herz legen, die Analyse der Schließungsursachen für Plauen und Görlitz mit großer Gründlichkeit und nicht mit Tunnelblick vorgenommen wird.

Wenn man sich trotz der Kritik seitens der Besucher nur auf das Rauchverbot festlegt, dann gehen Trends flöten und werden deutliche Alarmzeichen nicht wahrgenommen. Die Konsequenz dieses Verhaltens führt dazu, dass die Casinolandschaft weniger zu bieten hat.



geschrieben am 12.05.2010 von Nina Berger






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