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Bwin und PartyGaming werden Megakonzern


Nun ist es offiziell: Bwin, der Wettanbieter aus Österreich tut sich dem britischen Konzern Party Gaming zusammen. Die zwei Riesen im Glücksspielsektor werden mit dieser Fusion zum größten Anbieter von Glücksspielen, der an der Börse notiert ist. Im ersten Quartal des nächsten Jahres soll die Fusion endgültig abgewickelt sein. An der Börse erwartet man den Großkonzern freudig.

Die Aktie von Bwin stieg um etwa 28 Prozent an und die von Party Gaming um 30 Prozent. Es war lange nicht klar, ob die Fusion vonstatten geht oder nicht. Ende Juni gab der Aufsichtsrat von Bwin noch bekannt, dass die Gespräche mit den Briten nicht den erwarteten Erfolg gehabt hätten. Doch nun hat es den Anschein, als ob die Verhandlungen mit ihnen doch ein gutes Ende gefunden haben.

Vor kurzem war es dann soweit und die Fusion stand fest. Mit einem Kapital von mehr als 2,5 Milliarden Euro und Nettospielgewinnen von knapp 700 Millionen Euro ist der aus der Verschmelzung hervorgegangene Großkonzern der größte Glücksspielanbieter an der Börse. Auch der Chef von Bwin zeigt sich über diese Situation erfreut.

Man sei nun dreimal größer als der nächste Gegner. Die Aufteilung der Anteile am Megaunternehmen sieht für Bwin eine Beteiligung von 51,6 Prozent und für Party Gaming einen Anteil von 48,6 Prozent vor. Auch die Chefetage steht bereits fest: die jeweiligen Geschäftsführer von Party Gaming und Bwin.

Die neue Gesellschaft, die nach europäischem Recht aus den beiden Firmen hervorging, hat noch keinen Namen. Sicher ist aber, dass sie ihren Sitz in Gibraltar haben wird, denn dort befinden sich beide Unternehmen aus steuerlichen und rechtlichen Motiven. Der neue Konzernriese ist mit beiden Firmen auf sicherem Boden.

Dies ist besonders auf dem europäischen Markt der Fall, denn während Bwin seinen Schwerpunkt eher auf Sportwetten im Netz gelegt hatte, ist PartyGaming bislang im Bereich Online Casinos und Sportwetten beheimatet. Das neue Unternehmen wird vom Können und Wissen sämtlicher Bereiche einen guten Nutzen ziehen können.

Das Ziel ist selbstverständlich die Expansion der Firmenpräsenz, auch auf dem Markt in den USA. Beide Unternehmen hoffen, dass der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) ein rasches Ende haben und der amerikanische Glücksspielmarkt liberalisiert wird.

Sollte dies der Fall sein, dann wollen die beiden Firmen ganz oben mitmischen. Bwin hat bis jetzt einen Standort in Wien, der 800 Mitarbeiter in den Bereichen IT, Marketing und der Verwaltung beschäftigen.

Was deren Schicksal nach der Fusion sein wird, steht noch in den Sternen. Der Mitbegründer von Bwin bezieht klare Stellung zu diesem Standort, denn dieser habe sich in der Vergangenheit negativ entwickelt.

Auch der Geschäftsführer findet klare Worte. Der Holding Standort befinde sich zukünftig nicht mehr in Wien und es werden Änderungen folgen. Wie diese aussehen, ist noch unklar.



geschrieben am 13.08.2010 von Nina Berger






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