Automatenspiel nicht so suchtgefährdend wie angenommen
Immer neue Studien belegen Vermutungen rund um das Spiel und das Suchtverhalten von Spielern im Bereich Glücksspiel. Derzeit ist eine Studie zweier Professoren aus Bonn in der Öffentlichkeit erschienen, die besagt, dass das Automatenglücksspiel gar nicht so suchtgefährdend sei, wie ansonsten oft behauptet wird.
Die Professoren Franz W. Peren und Reiner Clement arbeiten am Forschungsinstitut für Glücksspiel und haben genauer unter die Lupe genommen, welche Art von Glücksspiel für die Spieler suchtgefährdender ist. Hierbei hat das Online Glücksspiel im Prinzip am schlechtesten abgeschnitten, dicht gefolgt von den Spielbanken, in denen Live Spiele angeboten werden.
Dreimal weniger problematisch sei das gewerbliche Automatenspiel, laut Studie der Bonner Professoren. Die ganze Studie hat einen tiefgründigen Hintergrund, nicht das Spielverhalten als solches ist von einzigem, ausschlaggebenden Interesse, sondern vielmehr die Verhinderung von Existenzgefährdungen durch Glücksspiel, die oftmals dazu führten, dass die Süchtigen, die ihre Existenz verloren, durch das staatliche Sozialsystem unterstützt werden müssen, zu Lasten der anderen Einwohner.
Die Studie der beiden Bonner Professoren befasst sich in erster Linie mit dem wirtschaftlichen Aspekt des Glücksspiels in Deutschland. In erster Linie haben die Forscher untersucht, wie viele Gelder für welches Glücksspiel im Jahr ausgegeben werden und danach eine Rangliste erstellt, unterteilt in die verschiedenen Glücksspielarten. Wenn die Ergebnisse dieser Betrachtung dann in Verbindung mit der Anzahl der Spielsüchtigen gebracht werden, dann erst wird das Ausmaß der Dinge deutlich, so die Professoren.
Bisher gingen andere Studien, Experten und auch Spieler selbst davon aus, dass die Suchtgefahr bei den Gelspielgeräten gewerblicher Art am höchsten ist. Nach der neusten Studie wird jedoch das Gegenteil beweisen. Auf der einen Seite steht fest, dass etwa 30-40 Prozent der Spieler vorrangig an Spielautomatenspielen. Dies ist für viele schon ein Anzeichen für erhöhte Suchtgefahr bei diesen Spielgeräten. Wenn man jedoch wie in besagter Studie den Geldaufwand und die Süchtigen Spieler insgesamt bei dieser Betrachtung mit einbezieht, kommt man zu einem anderen Ergebnis.
Durch die neue Betrachtungsweise kann die Belastung durch verschiedene Glücksspielarten genau gemessen werden, so Peren. Die anderen Annahmen, die vorangegangen waren, werden durch die neuste Studie in den Schatten gestellt, da diese sich nicht ausreichend wissenschaftlich belegen lassen. Die Bonner Studie basiert auf Fakten.
Nach diesen Fakten zu urteilen, müssen die Zuständigen Politiker ihren Fokus künftig nicht mehr auf das Automatenspiel werfen, sondern vielmehr die Spielbanken, Casinos und das Internet Glücksspiel genauer betrachten, denn gerade in diesen Bereichen bestehe Handlungsbedarf laut der besagten Studie.
geschrieben am 15.07.2011 von Laura Koch
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