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Anzahl der Glücksspielsüchtigen steigt


Vorallem im Saarland steigt die Zahl der Glücksspielsüchtigen weiter an. "Neue Untersuchungen rechnen mit einer Zahl zwischen 1200 und 3600 Spielsüchtigen im Saarland", so Martin Karren, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport im Rahmen der Vorstellung der Landesfachstelle für Glücksspielsucht in Saarbrücken.


Genaue Zahlen seien kaum zu ermitteln, im vergangenem Jahr waren Schätzungen zufolge 3300 Menschen von der Glücksspielsucht im Saarland betroffen. Bundesweit sind 0,19 und 0,56 Prozent der Gesamtbevölkerung beroffen. "Letztlich haben wir keine genauen Zahlen, weil sie nicht zu erfassen sind. Betroffene wissen ja meist nicht, dass sie glücksspielsüchtig sind oder sie leugnen es. Die Dunkelziffer ist daher groß", erklärt Johannes Simon, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes für Saarbrücken und Umgebung.


Am 1.Septmeber 2009 wurde eine Fachstelle in Saarbrücken eingerichtet. Deren Ziel ist es, die öffentlichkeit besser über die Gefahren des Glücksspiels zu informieren, Angebote und Maßnahmen zur Bekämpfung der Glücksspielsucht zu initiieren und zu koordinieren sowie Jugendliche vor den Gefahren von Glücksspielen zu schützen."Außerdem werden wir Forschungsergebnisse in diesem Bereich auswerten und dann darüber informieren", so Simon.


Kaum zu ermitteln seien auch die sozialen Kosten der Glücksspielsucht. Jährlich entsteht, unter Einbezug der privaten Kosten, ein volkswirtschaflticher Schaden von bis zu 35 Milliarden Euro. Schon alleine wegen diesen Zahlen war eine Einrichtung dringend notwendig.


Das so genannte konzessionierte Glücksspiel, wie Lotterie oder Spielabnken, sei jedoch nicht das Problem. Beispielsweise gäbe es in Spielbanken Alterskontrollen, pathologische Spieler werden so über eine Sperrliste ausgesiebt. Der größte Teil der Einnahmen, im Saarland etwa 65 Millionen Euro, würde in die Suchtprävention sowie Projekte zur Förderung des Gemeinwohls zurückfließen. Mit etwa 75.000 Euro wir die Landesfachstelle gefördert.


Diese Möglichkeiten gäbe es beim gewerblichen Glücksspiel, beispielsweise bei Spielautomaten, nicht. "Wir haben rechtlich keine Handhabe, gewerbliche Betreiber zur Prävention zu veranlassen", so Hans-Peter Knaack, Referent der Glücksspielaufsicht. Prävention sei jedoch der einzig sinnvolle Weg das Problem zu lösen.


"Ein Totalverbot würde nichts bringen, da es unterlaufen würde. Dazu gibt es mehrere Studien", erklärt Michele Wilhelm von den Saarland-Spielbanken. "Es würde die Menschen in die Kriminalität treiben. Der einzige Weg ist es, aufzuklären und dort, wo es geht, verantwortungsvoll zu reglementieren."



geschrieben am 10.12.2009 von sophia






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